Bericht: Land-Forum „Böden aufbrechen“

Endlich ist der Bericht des Land-Forums fertig. Das Land-Forum für Ernährungssouveränität fand von 25.-26.11.2016 im Rahmen des Projekts Hands on the Land for Food Sovereignty und Nyéléni Austria statt. Wir wünschen eine anregende Lektüre!

Veranstaltet wurde das Land-Forum für Ernährungssouveränität von FIAN Österreich, ÖBV-Via Campesina Austria, NEL- Netzwerk Existenzgründung in der Landwirtschaft, Verein RASENNA – Boden mit Zukunft und VHS – Die Wiener Volkshochschulen. An diesem Bericht mitgearbeitet haben Markus Löw, Bernadette Gugerell, Brigitte Reisenberger und Margit Fischer. Danke! Der Inhalt entspricht einer Zusammenfassung der Audio-Transkription. Die Abbildungen sind dem Graphic Recording, das von Anita Berner direkt vor Ort angefertigt wurde, entnommen.  Hier der Bericht.

Wer mit anderen Land-Aktiven in der Bewegung für Ernährungssouveränität in Kontakt treten oder bleiben will: Bitte auf der Email-Austausch-Liste registrieren:http://tiny.cc/landliste

Foodcoops und die WKO: Was bisher geschah

Am 22.3.2016 staunten mehrere oberösterreichische Foodcoops nicht schlecht, als sie von der Wirtschaftskammer schriftlich zur Anmeldung eines Gewerbes aufgefordert wurden. Kein Wunder, tun sie doch das Undenkbare: in diesem Rahmen findet nichtkommerzielle Selbstorganisation statt. Die Herstellung des antikapitalistischen Normalzustandes dürfte den geistigen Horizont von WK-Funktionär*innen offensichtlich sprengen und ist fast naturgemäß das Gegenteil von einem Gewerbe. Case Closed – aus meiner Sicht. Weiterlesen

Haschahof: Besetzt! Geräumt!

Haschahof Februar 2016Der Haschahof, seit Jahrzehnten biologisch bewirtschaftet, und zuletzt Heimat ganz vieler Selbsterntefelder, stand Ende 2014 ganz plötzlich vor dem aus. Wie man so hört wollte die Eigentümerin, der Wohnfonds Wien, den alten Pachtvertrag mit der Familie Hascha nicht oder nur jahresweise verlängern. Das Gelände soll nun wohl einer sogenannten „Stadtentwichklung“ zugeführt werden.
Gleichzeitig stand der Abriss der Gebäude im Raum, das war manchen Politiker*innen dann aber wohl doch etwa zu heiß. Der Abriss ist wohl erstmal vom Tisch.

Bio? In der Stadt Wien nicht so gefragt?!

Dies bedeutete nicht nur das Aus für die Selbsterntefelder sondern auch die konventionelle(!)  Bewirtschaftung einiger der Flächen. Wenn eh alles betoniert werden soll, wen interessiert dann schon der Bio-Status?

Dass die regionale selbstorganisierte Lebensmittelversorgung im Stadtregierungsprogramm steht ist wohl auch nicht so wahnsinnig wichtig, oder zählt zumindest nicht in der Umgebung des Haschahofs.

Was also tun?

Haschahof
Seit einiger Zeit läuft schon die Petition „Bodenschutz für Wien“ die man mal ganz flux unterschreiben kann.
Wie wir aber wissen hilft Clicktivism alleine nicht so viel.

Direkte Aktion muss her. Dankenswerterweise hat die Evolutionäre Randgruppe nun schon seit einigen Wochen eines der Gebäude still und heimlich besetzt und seit gestern diesen Umstand öffentlich kundgetan. Die Polizei und eine angeblich vertretungsbefugte Person des Wohnfonds (während des Einsatzes nur als „der Eigentümer“ nicht näher bezeichnet) ließen es sich heute nicht nehmen, alles in Lokalaugenschein zu nehmen. Es wurde das übliche Polizeigetue angedroht, 10 minuten Bedenkzeit eingeräumt, und dann, siehe da, waren sie auch schon wieder verschwunden.

Die Besetzung am Haschahof ist also derzeit noch aufrecht und die Menschen freuen sich auf Unterstützung jeder art! Kommt vorbei! 

Die Räumung startete am 05.02.2016 um ca 14:15.

Resistance is Fertile!

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