Offener Brief an den Billa Vorstand

(Vielen Dank an Gabriele Tupy, dass wir Ihren Brief hier veröffentlichen dürfen)

Sehr geehrter Herr Mag. Hornsteiner,
Sehr geehrter Herr Mag. Siess,

ich komme soeben von meinem heutigen Einkauf in einer Billa-Filiale. Weihnachten steht vor der Tür, Weihnachtskekse gehören da natürlich dazu und so wollte ich heute diverse Zutaten einkaufen. Auf einem eigenen Ständer wurde ich fündig. Jedoch, ich kaufe sie nicht mehr: Walnüsse aus Chile, Mandeln aus den USA, Haselnüsse aus der Türkei, Rosinen aus dem Iran. Ich suchte das Gespräch zur Filialleiterin und bekam wie seit zig Jahren die immerwährend gleiche Antwort wie in allen Billa Filialen, in denen ich je das Gespräch zu FililaleiterInnen gesucht habe: „Wenden Sie sich an die Zentrale, ich kann nichts tun“. Welches KundInnenverständnis von Billa steckt hinter diesen Worten? FilialleiterInnen können Anliegen Ihrer KundInnen nicht an die Zentrale weiterleiten und passieren tut so und so nichts?

Und so habe ich mich, wieder daheim, an den Computer gesetzt und nach „Billa Nachhaltigkeit“ im Internet gesucht. Gefunden habe ich: „Billa denkt an morgen! Nachhaltigkeit“, „Klimaschutz und schonender Umgang mit Ressourcen ist ein wichtiges Anliegen für BILLA. Daher stammt der Strom in allen BILLA Filialen zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasserkraft, Wind- und Solarenergie“. Danke für diese Initiativen, sie sind wichtig – nur, Sie können es sich schon denken: das genügt mir als umwelt- und klimabewusster Konsumentin nicht!

Seit Jahren beobachte ich, dass immer mehr, weit entfernt produziertes Obst und Gemüse in den Regalen zu finden ist: Knoblauch aus China, Spargel aus Frankreich (obgleich wir doch so wunderbaren Marchfelder Spargel haben), Marillen aus Frankreich (obgleich wir doch so wunderbare Marillen aus der Wachau, … haben), Kirschen aus der Türkei (obgleich wir doch ….), diverse Nüsse siehe wie zuvor genannt. Ich will all das schon lange nicht mehr kaufen, denn: 1 Kilogramm Mangos aus Brasilien, mit dem Flugzeug und dem LKW in die Supermärkte geliefert, verursacht gleich viel CO2 wie 150 Kilogramm Bio-Äpfel aus der Steiermark. 1 kg Weintrauben aus Chile entspricht 185 kg heimischen Bioäpfeln, 1 kg Erdbeeren aus Thailand entspricht 154 kg Bio-Äpfeln und 1 kg Neuseeland-Kiwis (Schiff) entspricht 30 kg Bioäpfeln aus der Steiermark.

Rübenzweisamkeit

Rübenzweisamkeit

Und weil Weihnachten vor der Tür steht, richte ich hiermit meine Umwelt- und Klimavisionen und -wünsche an Sie:

  1. Ich möchte in Ihren Filialen in Zukunft ernsthaft errechnete CO2 Werte bei den von Ihnen angebotenen Produkten lesen! Wie viel CO2 hat dieses Produkt verursacht, bis es in Ihrer Filiale angekommen ist? Beginnen Sie MORGEN mit der Beschriftung der ersten Produkte und kommunizieren Sie den Zeitrahmen, bis wann alle Ihrer Produkte gekennzeichnet werden!
  2. Bieten Sie zuallererst Waren aus Österreich an und fördern Sie deren Produktion! Walnüsse müssen wahrlich nicht aus Chile,  Mandel nicht aus den USA und Knoblauch nicht aus China stammen. Ja, wir wollen weiter Orangen essen und sie werden nicht aus Österreich kommen, aber das was bei uns bestens wächst, will ich aus dem eigenen Land genießen!
  3. Starten Sie einen künstlerischen Wettbewerb und laden Sie kreative Menschen wie KünstlerInnen ein, Fahrradabstellanlagen mitsamt Fahrradwerkstatt (geöffnet an bestimmten Tagen und Zeiten vor Ihren Filialen) unübersehbar und attraktiv zu gestalten! Jeder Billa Filiale ihre eigene, künstlerisch gestaltete Fahrradabstellanlage! Lassen Sie ihre KundInnen mitstimmen: welche sind besonders gelungen? Bunte, künstlerische Vielfalt, die zum Gesprächsthema in der Öffentlichkeit wird!
  4. Verwandeln Sie das Grau in Grau Ihrer Parkplätze in blühende Obstgärten vor Ihren Filialen! Regionale Obst-Produktion und Vielfalt der Sorten – jeder Billa Filiale ihre besondere Sorte! Laden Sie Ihre KundInnen ein, mit Ihnen gemeinsam die Obstbäume zu pflanzen! Vergeben Sie Baumpatenschaften und laden Sie Menschen ein, ihr Obst auch selbst zu ernten. Erlebniswelt Obstgarten – mit allen Sinnen genießen! Tragen Sie so zu grüneren Städten, regionalem, biologischem und klimaschonendem Genuss bei!

Das Marketing von Morgen geht neue, völlig andere Wege!

Auch brauchen wir einen neuen Zugang zu Wirtschaft, denn auf einem endlichen Planeten kann es kein unendliches Wachstum geben.

Ihr Bauern, seid nicht so Lammfromm

Ihr Bauern, seid nicht so Lammfromm!

Abschließen möchte ich mit einem Zitat:

Wenn wir nicht sofort aufhören, werden wir das Leben unserer Nachkommen wirklich ruinieren. Selbst wenn wir bloß noch weitere 40 oder 50 Jahre herumpfuschen, werden sie absolut keine Chance mehr haben und in die Steinzeit zurückgeworfen. Menschen wird es noch geben. Aber die Zivilisation wird verschwunden sein.
James Lovelock, britischer Wissenschaftler, in Flannery: Wir Wettermacher, S. 231

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest in Erwartung Ihres verantwortungsbewussten Handelns für eine gute Zukunft auf unserem so schönen Planeten.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Tupy

Mutter zweier Töchter, Konsumentin, Urbane Klimaschutzbeauftragte, Grüne Bezirkrätin Floridsdorf

An alle ähnlich denkenden und fühlenden Menschen: Nachahmung sehr erwünscht!

Dieser Brief erschien zuerst auf StadtFruchtWien.

Nyéléni Austria – die Bewegung wächst – Paulo Freire Zentrum

Katrin und Michael haben für das Paulo Freire Zentrum vom Nyéléni Austria Forum berichtet:

Das Nyéléni-Forum ist in diesem Rahmen nicht als einmaliges, isoliertes Event zu betrachten, wie manch andere konventionelle Konferenz. Es ist vielmehr der Höhepunkt eines Prozesses, der schon lange vor dem Forum begann und auch nach dem Forum nicht enden wird. Partizipation spielte dabei eine wichtige Rolle. Auch hier zeigte sich, dass das Nyéléni-Forum mit seinen offenen Strukturen anders funktioniert als normale Konferenzen.

http://www.pfz.at/article1535.htm

Nyéléni Austria bei Ö1 Open Innovation

Unter dem Motto “Orte in Bewegung” sucht Österreich 1 gemeinsam mit respekt.net in verschiedensten Kategorien Projekte die zu regionalem Aufbruch beitragen. 16 Projekte werden von in der Sendereihe “Innovation.Leben” Präsentiert, drei Projekten wird der “Social Innovation Award” verliehen. Und da kommt ihr ins Spiel: Ein Siegerprojekt wird nämlich über eine Internetabstimmung gekürt.

Wir bitten um Eure Stimme!

Wenn Ihr Nyéléni Austria spannend findet, helft uns beim Publikumsvoting! Nach dem Forum stehen nun mehr als 20 Einzelprojekte vor der Umsetzung die wir natürlich weiterhin unterstützen, und dabei jede Hilfe brauchen können!

Hier gehts zur Abstimmung! (nur bis 19. Mai 2014!)
(Alternativer Abstimmungslink falls die Seite bei Euch zu lange lädt: hier)

Hinweis: Die Abstimmung erfordert eine Registrierung unter Angabe von persönlichen Daten auf ORF.at. Wenn Ihr Eure Daten nicht einfach so hergeben möchtet haben wir natürlich vollstes Verständnis dafür! Alle Infos dazu findet Ihr auf https://login.orf.at/oe1/login.

Jungbäuerinnen im Widerstand!

Jungbäuerinnen leisten Widerstand!

Commons und der Zugang zu Land – Workshop Input “Gemeingüter”

Workshop „Gemeingüter“, Input zum Nyéléni Forum Österreich, 13. – 17. April 2014

[via kärnöl, ÖIE]

von Andreas Exner

Die Vielfachkrise von Ernährung, Energie und Klima, des Sozialen und der Demokratie hängt eng mit dem Kapitalismus zusammen. Die Land- und Ernährungsfrage ist ein integraler Bestandteil dieses Krisenkomplexes. Ernährungssouveränität bedeutet in meinem Verständnis ganz wesentlich, Wege aus diesen vielfachen Krisen zu finden. Dafür ist ein gewisses Verständnis des Kapitalismus notwendig. Unter Kapitalismus verstehe ich eine Wirtschaftsweise, die auf Isolation, Konkurrenz und einem zerstörerischen Wachstum beruht. Zerstörerisch ist dieses Wachstum, weil es am Profit orientiert ist und nicht am konkreten Bedürfnis.

Die Trennung der Menschen durch den Kapitalismus

Für den Kapitalismus sind zwei Achsen der Trennung zwischen den Menschen zentral. Die erste Trennung verläuft zwischen den Produzierenden und den Produktionsmitteln, also den Maschinen, Rohstoffen, Fabriken, und dem Land. Die zweite Trennung verläuft zwischen den Produzierenden und den Konsummitteln. Diese Achsen der Trennung markieren das Kapitalverhältnis, die Lohnarbeit, auf der einen Seite, und die Marktwirtschaft auf der anderen.

Das Geld ist eine Verdinglichung dieser Trennungen, das heißt eine Institution, die diese Trennungen verkörpert. Sie prägt die kapitalistische Gesellschaft insgesamt, und das Ernährungssystem im Besonderen. Wer hungert, bekommt Nahrungsmittel nicht einfach so, weil sie oder er sie benötigen, sondern nur im Austausch gegen Geld. Weil die Gesellschaft einen unauflöslichen sozialen Zusammenhang darstellt, und wir alle untrennbar voneinander abhängen, führen die beiden Achsen der Trennung, die der Kapitalismus setzt, zu Elend, Leidenserfahrungen und zu Krisen.

Die erste der beiden Trennungen ist, wie schon erwähnt, die Lohnarbeit. Wir müssen uns in der Regel gegen Geld ver-dingen, werden zu einer so genannten Ware Arbeitskraft, weil wir nicht mehr über die Produktionsmittel verfügen. Auf diese Weise wird ein Mensch zu einer Art von Ding, zu einem Produktions- und Kostenfaktor. Die zweite Trennung bedeutet, dass wir unser Leben erst ver-dienen müssen. In der Marktwirtschaft zählt allein die Kaufkraft, nicht das Bedürfnis, etwa nach Nahrung.

Historisch nimmt die Herausbildung dieser Trennungen zwei Verlaufsformen an. Zum einen kommt es zu einer sich über Jahrhunderte erstreckenden Enteignung der Bäuerinnen und Bauern. Sie verlieren den Zugang zu Land und damit ihre Daseinsmächtigkeit. Zum anderen geht damit folglich ein enormer Verelendungsschub einher. Eine große Zahl von Menschen verliert den Zugang zu dem vor dem Kapitalismus teilweise gemeinschaftlich genutzten Land.

Exklusion übertrumpft Inklusion

Prozesse der Enteignung dauern auch heute an, sie verstärken sich sogar im Zuge der Vielfachkrise. Das viel diskutierte Land Grabbing können wir als eine erneute Zuspitzung dieser Entwicklung begreifen. Allerdings mit einem gewichtigen Unterschied: Während historisch die Enteigneten zu einem großen Teil in einer wachsenden Industrie Beschäftigung fanden, werden die heute von „Freisetzung“ bedrohten Bäuerinnen, Bauern und andere Gruppen, die vom Land leben, kaum mehr von einer kapitalistischen Industrie als Arbeitskräfte nachgefragt. Historisch ist die Exklusionslogik des Kapitalismus immer mit einer Inklusionslogik einhergegangen, die von den Gewerkschaften, aber auch von den sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien grundsätzlich mitgetragen worden ist. Das Wachstum der Industrie und die Schrumpfung der Bauernschaft wurden in deren Sicht als zwei notwendige Aspekte des Weges zum Wohlstand betrachtet.

Inzwischen dominiert die Exklusionslogik des Kapitalismus allerdings immer mehr über seine inklusiven Seiten. Das bringt der Spruch zum Ausdruck, wonach es nur eines gibt, was schlimmer sei als die Ausbeutung: nämlich nicht ausgebeutet zu werden. Das Land Grabbing beispielsweise vertreibt im Extremfall die Nutzerinnen und Nutzer des Landes, ohne dass ihre Arbeitskraft noch von Interesse wäre. Man will die Ressourcen, die Menschen braucht das Kapital nicht unbedingt.

Strategische Akteure

Das Nyéléni-Forum hat sich vor allem die Erarbeitung von Strategien der Ernährungssouveränität zum Ziel gesetzt. Dabei spielen Commons eine bedeutende Rolle, nicht zuletzt in Hinblick auf den Zugang zu Land. Strategische Überlegungen müssen immer bei den konkreten, relevanten Akteuren ansetzen. Für Auseinandersetzungen um den Zugang zu Land sind die das Land ackerbaulich bewirtschaftenden Akteure der erste Anknüpfungspunkt. Diese Akteure sind allerdings sozial und politisch einigermaßen heterogen, weshalb ein näherer Blick auf ihre Differenzen lohnt.

In Anlehnung an Jan Douwe van der Ploeg lassen sich drei das Land bewirtschaftende Gruppen unterscheiden. Zuerst einmal die kapitalistischen Farmer, die Lohnarbeit einsetzen und selbst nicht mehr im Betrieb oder in ihren Betrieben mitarbeiten. Sie konzentrieren sich vielmehr auf die Vermehrung ihres Kapitals und die dafür nötigen Operationen. Ein Beispiel dafür sind die Eigentümer großer Investmentfonds, die in Agrarunternehmen investieren oder die Eigentümer von Plantagen.

Die zweite Gruppe besteht aus unternehmerischen Landwirtinnen und Landwirten. Sie arbeiten im Betrieb selbst mit, ihr Handeln leitet jedoch vor allem eine Markt- und Profitorientierung. Solche Betriebe setzen auch regelmäßig Lohnarbeit ein.

Die dritte Gruppe schließlich umfasst die Bäuerinnen und Bauern. Sie setzen keine oder kaum Lohnarbeit ein, sie tragen den Betrieb vielmehr mit ihrer eigenen Arbeitskraft. Zum Markt haben sie ein strategisches Verhältnis, das heißt, sie produzieren auch für den Verkauf, wenngleich nicht profitorientiert, allerdings vorrangig um ihren Betrieb zu sichern und die damit verbundene relative Autonomie zu erhalten. Diesem Zweck dient auch die Kombination von Einkommen aus der Landwirtschaft mit Haupt- oder Nebenerwerbstätigkeiten in anderen Sektoren.

Diese Gruppen sind nicht statisch, sondern es gibt Auf- und Abstiegsprozesse, das heißt Bäuerinnen und Bauern können unternehmerische Orientierungen entwickeln, kapitalistische Farmer können zum Beispiel aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu Unternehmern werden.

Bemerkenswerterweise sind die Bäuerinnen und Bauern weltweit gesehen die zahlenmäßig wichtigste Gruppe geblieben. Aufgrund der enormen, vor allem durch die fossilen Ressourcen ermöglichten Produktivitätssteigerungen jedoch ist sie heute im Norden soziologisch bedeutungslos geworden und stellt nur jeweils wenige Prozent der Landesbevölkerung.

Hierin besteht eine grundlegende Differenz zum globalen Süden, die auch politisch von großer Bedeutung ist. Weil im Süden ein Großteil der Menschen bäuerlich wirtschaftet, hat zum Beispiel eine Umverteilung von Land einen direkten demokratisierenden Effekt, mit massiven gesellschaftlichen Auswirkungen. Im Norden dagegen würde eine solche Maßnahme praktisch nur eine geringe Rolle spielen, weil sie als solche nur einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung betrifft. Ernährungssouveränität und die Frage des Landzugangs müssen daher meines Erachtens im Norden anders gestellt werden und verlangen nach spezifischen Antworten.

Grundlegende Bedeutungen von Ernährungssouveränität

Wenn Ernährungssouveränität eine Demokratisierung der Gesellschaft insgesamt bedeutet, mit dem Recht auf Nahrung in ihrem Zentrum, und wenn sie auf eine Überwindung der kapitalistischen Produktionsweise abzielt, um die Voraussetzung für ein gutes ökologisches Verhältnis zu schaffen, dann bedeutet Ernährungssouveränität im Süden also etwas anderes als im Norden.

Im Süden kann die Forderung nach Zugang zu Land für alle Bäuerinnen und Bauern – zusammen mit den anderen für das Wirtschaften notwendigen Produktionsmitteln, von Saatgut und Maschinen bis zu Wissen – im Zentrum stehen. Im Norden dagegen muss vor allem einmal die Trennung zwischen den Bäuerinnen und Bauern und den Lohnabhängigen überwunden werden, und zwar sowohl politisch als auch materiell. In einer solchen Perspektive geht es darum, einerseits die Abhängigkeit der Bauernschaft vom Markt zu überwinden, andererseits die Trennung der Lohnabhängigen von den Produktions- und Konsummitteln – vor allem auch im Ernährungssystem. Es geht also um eine Art von Klassenallianz, um gegen das Kapital und einen Staat, der die kapitalistische Wirtschaftsweise stützt, Forderungen durchzusetzen und die Produktionsverhältnisse zu verändern.

Soziale Bewegungen mit dem Ziel einer Ernährungssouveränität müssen so gesehen danach trachten, die zweifache Trennung, die der Kapitalismus setzt, zu überschreiten. Dafür ist zuerst einmal die Kooperation von Bauernschaft und Lohnabhängigen erforderlich. Nur sie kann zu einer Zurückdrängung des Marktes und der Kapitalabhängigkeit der Produktion führen.

Dafür spielen die Bäuerinnen und Bauern im Sinn des skizzierten Akteursmodells eine wesentliche, aber nicht die alleinige Rolle. Sie produzieren zwar im Rahmen des Kapitalismus, wirtschaften selbst jedoch nicht-kapitalistisch. Für sie ist daher weniger eine Marktorientierung ausschlaggebend, sondern eher eine Logik von Autonomie und Subsistenz. Tendenziell haben sie ein deutliches Eigeninteresse, die natürlichen und damit auch betrieblichen Produktionsgrundlagen zu erhalten.

Eine dynamische Commons-Strategie

Ein solcher strategischer Zugang zur Commonsfrage impliziert ein starkes dynamisches Moment. Das Ziel wäre dann nicht eine einfache „Stärkung der Bauernschaft“, wie es traditionell gesehen wurde. Vielmehr wäre die Klassenposition sowohl der Bäuerinnen und Bauern als auch der Lohnabhängigen zu hinterfragen und letztlich in kooperative Beziehungen aufzulösen. Die Klassenlage als scheinbar unabhängige bäuerliche Produzierende ist in dieser Sicht ebenso wenig wünschenswert wie die Lohnabhängigkeit. Beide müssten einer kooperativen, solidarischen Produktionsweise weichen, die weder Bauern oder Bäuerinnen im heutigen Sinn, noch Lohnabhängige mehr kennen würde.

Zugang zu Land zu schaffen bedeutet folglich eine Demokratisierung des Landzugangs im Sinn einer Ausweitung von Commons. Diese Ausweitung kann schwerlich in Form einer Einengung auf eine exkludierende „Gemeinschaft“ geschehen, die häufig als ein konstitutiver Bestandteil von Commons gesehen wird. Es geht vielmehr um eine selbstorganisierte Infrastruktur des Rechts auf Nahrung.

Welche konkreten Strategien sind nun für die Schaffung von Commons an Land dienlich? Grundsätzlich sind drei Ansätze denkbar. Erstens kann Land besetzt werden. Es handelt sich um eine bottom-up-Strategie, die mit dem Widerstand staatlicher Organe zu rechnen hat. Der Staat ist dabei immer mitzudenken, weil er Besetzungen, wenn sie gehalten werden, letztlich legitimieren muss.

Zweitens kann Land dem Markt per Kauf entzogen werden, wenn es etwa in Landstiftungen als ein Commons vor erneutem Verkauf geschützt und mehr oder weniger kollektiv genutzt wird.

Drittens könnte man Modelle der Community Supported Agriculture (CSA), also einer gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft als Ansatz für einen kollektiven Zugang zu Land betrachten.

In einer CSA kooperieren Bäuerinnen und Bauern mit Lohnabhängigen. Zwei Klassenpositionen, die ansonsten nur hochgradig vermittelt über Supermärkte, Verarbeiter und Zulieferer in Kontakt treten, können in einem solchen Rahmen eine von Solidarität geprägte Art von Verhältnis entwickeln. Dieses Verhältnis ist allerdings strukturell widersprüchlich. Während die bäuerlich Produzierenden schwerpunktmäßig am Tauschwert interessiert sind, interessiert die (meist lohnabhängigen) Konsumierenden einer CSA vor allem der Gebrauchswert, also ein gutes Lebensmittel, vielleicht auch das affektive Erlebnis des Kontaktes mit dem Produzierenden und des Austauschs in der Gruppe. Beide Klassenpositionen sind über die notwendigen Markttransaktionen zur Beschaffung von Produktionsmitteln (Traktor etc.) oder von Geld für den Konsum vom Kapital abhängig. Zwar orientieren sich beide Akteure im optimalen Fall an ihrem wechselseitigen Wohlergehen, dennoch bleibt im Rahmen einer Marktwirtschaft ein innerer Widerspruch, ein Antagonismus bestehen.

Das Recht auf Nahrung kann hier nur unzureichend umgesetzt werden, solange für Lebensmittel zu bezahlen ist, und die Produzierenden auf Geldeinkommen angewiesen sind.

Dennoch bergen CSAs das Potenzial, dass Lohnabhängige und bäuerlich Produzierende ihre wechselseitige Abhängigkeit erkennen. Gerade diese Erkenntnis einer wechselseitigen Abhängigkeit ist die zentrale Voraussetzung zur Überwindung der Trennungen, die der Kapitalismus setzt.

Gleichheit, Kooperation und das Recht auf Nahrung

Um einer solchen Perspektive wirklich näher zu kommen, müsste die Kooperation freilich viel größere Ausmaße erreichen als die Multiplikation vereinzelter CSAs. Sie müsste beispielsweise Vorleistungen sowie die Herstellung von Produktionsmitteln umfassen. Eine regionale Kooperation und solidarische Arbeitsteilung zwischen den Betrieben wäre zu entwickeln. Utopisch ist das nicht. Beispielsweise unternahmen soziale Bewegungen in der Zwischenkriegszeit Schritte zu einem solchen differenzierten genossenschaftlich organisierten System demokratischer Produktion.

Die hier skizzierte politische Orientierung einer Schaffung von Gemeingütern an Land kann viele Formen annehmen. Der Aktivismus gegen weitere Flächenversiegelung gehört dazu genauso wie die Entwicklung von „essbaren Städten“. Auch eine Forderung nach Begrenzung des Flächeneigentums bzw. von Betriebsgrößen wäre sinnvoll. Alle diese Formen sollten indes auf das Recht auf Nahrung zielen, nicht zuletzt um den exkludierenden Tendenzen von Gemeingütern zu begegnen. Denn der Zugang zu Land ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel für gute Lebensmittel für alle Menschen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf kärnöl – Independent Carinthian Art & Cult

Amerlinghaus bleibt!

Im Zuge der Organisation des Nyéléni Austria Forums gab es drei große Vorbereitungs-Plena in denen grundlegende Entscheidungen zur Organisation und Methodologie basisdemokratisch beschlossen worden sind (Protokolle).
Auch die wiener Regionalgruppentreffen sowie die Nachbesprechung des Forums haben im Amerlinghaus stattgefunden.

Nun ist das Amerlinghaus akut in Gefahr:

Nach einem Beschluss im Ausschuss der für das Kulturzentrum Amerlinghaus zuständigen MA13 im Gemeinderat steht das Zentrum vor einer 60% Kürzung seiner Subvention und ist damit akut in Gefahr. Unter diesen Bedingungen wäre das Zentrum gezwungen, seinen Betrieb einzustellen.

Freiräume wie das Amerlinghaus sind für das Entstehen selbstorganisierter und emanzipatorischer Gruppen außerordentlich wichtig. Die Möglichkeit Räume wie das Amerlinghaus nutzen zu können, ist eine Voraussetzung dafür, dass sich Menschen organisieren können. Wir sind der Meinung, dass das Ermöglichen neuer und Erhalten bestehender Freiräume Teil einer demokratiepolitisch weitsichtigen öffentlichen Verwaltung ist, und diese nicht einfach durch Beschneidung von Subventionen bedroht werden sollten.

Zivilgesellschafftliche Initiativen wie die Bewegung für Ernährungssouveränität brauchen Infrastrukturen wie das Amerlinghaus.

Informationen zur aktuellen Lage findet ihr auf http://www.amerlinghaus.at/sites/Materialien.htm#sub

Nyéléni Austria 2014: Für ein anderes Agrar- und Lebensmittelsystem (DE/EN)

Forum für Ernährungssouveränität
*English below*

Goldegg, 17.4.2014

250 Menschen aus ganz Österreich trafen sich in der Karwoche im Schloss Goldegg in Salzburg, um über die Zukunft unserer Ernährung und Landwirtschaft zu diskutieren und die gemeinsame Vision von Ernährungssouveränität zu verwirklichen. Hauptergebnisse sind die Stärkung der Netzwerke zwischen BäuerInnen und KonsumentInnen sowie gemeinsam erarbeitete Strategien für ein anderes Agrar- und Ernährungssystem.

Über 20 konkrete Initiativen – von lokalen Projekten bis hin zu Kampagnen auf nationaler Ebene – wurden in den fünf Themenschwerpunkten Produktion, Verteilungsnetzwerke, Arbeit und Soziales, Gemeingüter und Zugang zu Land sowie politische Rahmenbedingungen erarbeitet und stehen jetzt vor der Umsetzung.

Das Forum stellt sich zum Beispiel gegen eine Landwirtschaft in der migrantische ErntehelferInnen ausgebeutet werden und tritt für ein Agrar- und Ernährungssystem ein, das gute und faire Arbeitsbedingungen für alle gewährleistet. Es wurden große Fortschritte in der Vernetzung mit GewerkschafterInnen erzielt und weitere Kampagnen geplant.

Unter den TeilnehmerInnen des Forums waren besonders viele junge Menschen,  die einen Bauernhof bewirtschaften wollen, aber am Zugang zu Land scheitern. Ergebnis des Forums ist ein Konzept für einen Leitfaden für ExistenzgründerInnen sowie eine Hofbörse für außerfamiliäre Hofübergabe.

Das Forum ist Teil der internationalen Bewegung  Ernährungssouveränität. Auch Teilnehmende aus Deutschland, Italien, der Schweiz und Slowenien waren in Goldegg und haben sich Inspirationen und Erfahrungen geholt. Ein Nyéléni Deutschland Forum ist bereits in Planung.

Abgeschlossen wird das Forum am internationalen Tag des kleinbäuerlichen Widerstands, am 17. April mit einem interaktiven Marktplatz im Schloss Goldegg, der die Initiativen zu Ernährungssouveränität vorstellt.

Pressekontakt: Brigitte Reisenberger brigitte.reisenberger@fian.at 0699 18 33 00 33
Fotos: https://www.flickr.com/photos/nyeleni_at/sets/

Von 13. bis 17. April 2014 fand das erste österreichische Forum für Ernährungssouveränität “Nyéléni Austria 2014″ im Schloss Goldegg in Salzburg statt. Das Forum initiiert haben ÖBV-Via Campesina Austria, FIAN Österreich und Attac Österreich, die sich als Teil einer immer breiter werdenden österreichischen Bewegung für Ernährungssouveränität begreifen.
www.ernährungssouveränität.at

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Nyéléni Austria 2014: Another food system is possible!

Forum for Food Sovereignty

Goldegg, 17.4.2014

More than 250 people from all over Austria met in Schloss Goldegg, Salzburg this week, to discuss the future of the food and agricultural system and develop a deeper common vision of food sovereignty. The key outcomes of the meeting are the strengthening of the networks between consumers and producers, and a shared strategy for a different food and agricultural system.

An important part of the forum was the development of concrete projects and ideas along the lines of the five thematic axes: food production, distribution networks, labour and social conditions, the Commons and access to land, and the necessary political framework for achieving this. Over 20 projects are now ready to move forward!

The food sovereignty movement is struggling against exploitation of migrant workers in agriculture, and for a food and agricultural system that ensures fair working conditions and wages, and decent living conditions for all. At the forum much progress was made, and we strengthened our alliances with trade unions developed joint campaigns and strategies.

Many young participants at the forum are planning to start farms themselves, but access to land is difficult and making it almost impossible for them to farm. One outcome of the forum is to create a guide for new farmers and a matching platform for facilitating access for non-family members farm succession.

The Austrian forum is part of the international movement for food sovereignty. International participants from Germany, Italy, Switzerland, and Slovenia gathered inspirations and experiences. The planning process for a Nyéléni Germany forum was aso initiated during the Austrian forum.

The forum concluded on the 17th of April, the international day of peasant’s struggles. To mark this event, the forum held an open public event, and hosted an interactive “market of ideas” that presented the concepts of food sovereignty to a wider audience.

Press contact: Brigitte Reisenberger brigitte.reisenberger@fian.at 0699 18 33 00 33
Pictures: https://www.flickr.com/photos/nyeleni_at/sets/

The first Austrian forum on food sovereignty “Nyéléni Austria 2014” took place between the 13th and 17th of April in Schloss Goldegg, Salzburg. The forum was initiated by ÖBV – Via Campesina Austria, FIAN Austria and Attac Austria with the objective of broadening the Austrian Food Sovereignty Movement.
www.ernaehrungssouveranitaet.at

 

BIORAMA – Nyéléni Austria: Agrarpolitik von unten

BIORAMA hat mit Brigitte Reisenberger von FIAN Österreich und Ludwig Rumetshofer von der ÖBV-Via Campesina Austria gesprochen. Beide sind an den Vorbereitungen zum Nyéléni Austria 2014 – Forum für Ernährungssouveränität beteiligt.

Im Interview werden einige interessante Fragen aufgeworfen.

http://www.biorama.at/nyeleni-austria-ernaehrungssouveraenitaet/

Ein anderes Ernährungs- und Agrarsystem ist möglich! 1. Österreichisches Forum für Ernährungssouveränität (Presseaussendung)

Wien, 31.3.2014.
Von 13. bis 17. April 2014 findet das erste österreichische Forum für Ernährungssouveränität “Nyéléni Austria 2014″ im Schloss Goldegg in Salzburg statt. Das Forum wird etwa 300 Menschen versammeln und ist ein Meilenstein für die Bewegung für Ernährungssouveränität in Österreich. Bäuer_innen, kritische Konsument_innen, NGOs, Gewerkschafter_innen, Köch_innen, Landarbeiter_innen, Umweltschützer_innen, Wissenschafter_innen und viele andere werden fünf Tage lang über die brennenden Probleme im Ernährungs- und Agrarsystem diskutieren. Gemeinsam wird an konkreten Strategien und Alternativen für ein selbstbestimmtes, regionales, ökologisch und sozial verträgliches Agrar- und Ernährungssystem gearbeitet.

Zum Forum aufgerufen haben ÖBV-Via Campesina Austria, FIAN Österreich und Attac Österreich, die sich als Teil einer immer breiter werdenden österreichischen Bewegung für Ernährungssouveränität begreifen. Zur Vorbereitung fanden über 15 regionale Treffen in ganz Österreich statt, bei denen entlang von fünf Schwerpunktfeldern die dringendsten Themen für das Forum in Goldegg zusammengetragen wurden.

Problem Supermarktmacht

Als ein Hauptproblem der Lebensmittelverteilung wurde die entkoppelte Beziehung zwischen Bäuer_innen und Konsument_innen identifiziert, mitverursacht durch die Dominanz der Supermärkte. In Österreich kontrollieren drei Lebensmittelketten den Großteil des Einzelhandels und bestimmen so maßgeblich die Preise. Am Forum wird an Strategien gearbeitet, die transparente Wertschöpfungsketten, mehr Wertschätzung für die Produkte und die dahinterstehende Arbeit, sowie faire Preise für Produzent_innen und Konsument_innen ermöglichen. Denn es geht auch anders: So sprießen bereits Einkaufsgemeinschaften und FoodCoops in ganz Österreich aus dem Boden und ermöglichen Menschen, selbstorganisiert biologische Produkte direkt von lokalen Bauernhöfen zu beziehen.

Produktionsbedingungen: Mehr als „Bio“

Neben der Verteilung von Lebensmitteln wird auch die Art und Weise wie Nahrungsmittel produziert werden ein Thema sein. Als Gegenentwurf zur energieintensiven, klimaschädlichen und industriellen Lebensmittelproduktion werden anpassungsfähige Produktionssysteme wie Agrarökologie diskutiert. Die Debatte wird über die bloße Forderung nach mehr „Bio“ hinausgehen. Es braucht Systeme, die gesunde Lebensmittel für alle Menschen zur Verfügung stellen, die Biodiversität schützen und das Wohlergehen von Tieren gewährleisten.

Prekäre Arbeitsbedingungen von Erntehelfer_innen

Die Arbeitsbedingungen unter denen unsere Nahrungsmittel produziert werden, bleiben meist im Verborgenen. Einerseits gilt das für die ungleichberechtigten Arbeitsverhältnisse zwischen Frauen und Männern, aber auch für die prekären Arbeitsbedingungen für die tausenden migrantischen Arbeiter_innen in der österreichischen Landwirtschaft. Letztes Jahr wurde das durch den Streik rumänischer und serbischer Erntehelfer_innen in Tirol eindrücklich vor Augen geführt.

Zugang zu Boden und Saatgut

Eine Grundvoraussetzung für die Zukunft einer bäuerlichen Landwirtschaft ist der Zugang zu Gemeingütern wie Land, für die Menschen, die darauf arbeiten. Besonders für junge anstrebende Bäuer_innen in Österreich tun sich hier große Hürden auf. In der Steiermark und Vorarlberg gibt es bereits Initiativen für Bodenfreikauf, die landwirtschaftliche Flächen dem freien Markt entziehen und sie stattdessen als Gemeingut bewirtschaften. Ein weiteres wichtiges Thema wird der freie Zugang zu Saatgut sein. In Österreich gibt es dafür ein großes Bewusstsein – über 400.000 Menschen beteiligten sich an einer Petition für die “Freiheit der Vielfalt” gegen die auf EU-Ebene geplante Saatgutverordnung, die zuletzt erfolgreich gekippt wurde.

Andere politische Rahmenbedingungen

Obwohl die Bewegung für Ernährungssouveränität sich als Bewegung von unten versteht, geht es ihr auch um politische Rahmenbedingungen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene. Am Forum werden deshalb auch politische Forderungen sowie Strategien der politischen Meinungsbildung diskutiert. Anders als wir es im Fall der Europäischen Agrarpolitik (GAP) erlebt haben, müssen die Beteiligten in einem demokratischen Prozess an den Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt werden. Teilhabe von Bürger_innen braucht es aber auch bei zahlreichen anderen Politikfeldern, wie z.B. dem Handelsabkommen TTIP, den Hygienerichtlinien oder dem Öffentlichen Beschaffungswesen.

Politische Rahmenbedingungen müssen sich an den Interessen der Menschen, nicht jenen der Unternehmen orientieren – an Werten wie Solidarität und Kooperation statt Konkurrenz, an der nachhaltigen Nutzung von natürlichen Ressourcen, an grundlegenden Menschenrechten und an Gleichberechtigung.

Vertreter_innen der teilnehmenden Organisationen und Initiativen sowie internationale Gäste werden für Interviews zur Verfügung stehen. Ein Presseteam vor Ort wird Medienvertreter_innen begleiten und organisatorisch unterstützen.

Mehr Informationen zu Organisation und Hintergrund des Forums unter: www.ernährungssouveränität.at

Pressekontakt:

Brigitte Reisenberger brigitte.reisenberger@fian.at 0699 18 33 00 33

Programmübersicht:

Sonntag, 13. April:

18:00 – Auftakt und Speisereise: Essen aus ganz Österreich

Montag-Dienstag, 14./15. April:

Arbeitsgruppen zu den 5 Schwerpunktfeldern

Mittwoch, 16. April:

Präsentation der Ergebnisse, Regionaltreffen, Strategien & Aktionspläne

Donnerstag, 17.April:

Vormittag: Abschlussplenum

13:00-18:00 Uhr: Markt der Ideen zu Landwirtschaft und Ernährung

Ein bunter, künstlerischer, kulinarischer und musikalischer Nachmittag zum Thema Essen. Über Kultur- und Bildungsaktivitäten, Filme, Theater und Ausstellungen können alternative Möglichkeiten, Landwirtschaft und Ernährung zu gestalten, gefühlt, geschmeckt, gehört und bestaunt werden.

Hintergrund und Geschichte:

„Ernährungssouveränität ist das Recht der Völker auf gesunde und kulturell angepasste Nahrung, nachhaltig und unter Achtung der Umwelt hergestellt. […] Sie ist das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen. Ernährungssouveränität stellt die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, verteilen und konsumieren, ins Zentrum der Nahrungsmittelsysteme, nicht die Interessen der Märkte und der transnationalen Konzerne.“

(Deklaration des weltweiten Forums für Ernährungssouveränität, Mali, Februar 2007)

+2007 fand in Mali ein internationales Forum für Ernährungssouveränität mit dem symbolischen Namen Nyéléni statt, dem Namen einer malischen Bäuerin. 500 Menschen aus aller Welt diskutierten über die notwendige Veränderung des Agrar- und Ernährungssystems.

www.nyeleni.org

+2011 wurde in Krems das erste europäische Forum für Ernährungssouveränität organisiert. Das Forum war ein wesentlicher Schritt, der die Bewegung europaweit gestärkt hat. www.nyelenieurope.net