Foodcoops und die WKO: Was bisher geschah

Am 22.3.2016 staunten mehrere oberösterreichische Foodcoops nicht schlecht, als sie von der Wirtschaftskammer schriftlich zur Anmeldung eines Gewerbes aufgefordert wurden. Kein Wunder, tun sie doch das Undenkbare: in diesem Rahmen findet nichtkommerzielle Selbstorganisation statt. Die Herstellung des antikapitalistischen Normalzustandes dürfte den geistigen Horizont von WK-Funktionär*innen offensichtlich sprengen und ist fast naturgemäß das Gegenteil von einem Gewerbe. Case Closed – aus meiner Sicht. Weiterlesen

Lampert: Biosoja aus Lateinamerika ist sicher nicht nachhaltig – derstandard.at

Europa, und Österreich ganz besonders, müsse beginnen, auf eine Ernährungssouveränität hinzuarbeiten. Denn diese werde spätestens in 30, 40 Jahren essenziell.

derStandard.at/Werner Lampert, 3.1.2016

Ich denke dieser Zeitraum von 30,40 Jahren ist Menschenverachtend. Übersetzt bedeutet er den Freibrief zum weiter wie bisher gerade für REWE und Hofer, für die Lampert ja die jeweiligen Bio-Labels etabliert hat.

Warum Menschenverachtend?

Weil unser Lebensmittelsystem heute Existenzen im globalen Süden vernichtet. Das scheint Lampert wohl eher weniger im Blick zu haben. Moment mal, heute? Existenzen?

Kojo Ebeneku pflückt an gegen die Raupen, die seine Pflanzen fressen. Er pflückt an gegen die Preise, die fallen. Gegen die Bauern aus Europa, die auf riesigen Flächen subventionierte Tomaten pflanzen und sie in die Welt verschiffen. Er pflückt an gegen die Europäische Union, die diese Subventionen verteilt.

Ein Mann pflückt gegen Europa – Zeit Online am 30.12.2015

In diesem Sinne: Ernährungssouveränität JETZT!

ASEAS 8(1) – Food Sovereignty

In der aktuellen Ausgabe des „Austrian Journal of Southeast Asian
Studies“ dreht sich alles um Ernährungssouveränität in Südostasien.
Die Artikel sind Open Access/Creative Commons und können somit direkt und ohne Login heruntergeladen werden.

http://www.seas.at/our-journal-aseas/browse-issues/aseas-81-food-sovereignty/

Aus dem Editorial:

In Southeast Asian societies, food has always been at the center of diverse forms of contestation over access to land and other productive means, food selfsufficiency, and quality as well as food-based identities.
Political struggles and socio-economic differentiation in terms of food production, distribution, and consumption have dramatically intensified in the region. This has mainly been caused by enduring periods of agrarian reform, rapid global market integration, as well as processes of industrialization and urbanization in countries traditionally characterized as peasant societies.
The region’s pathway of Green Revolution technology and concurrent regional and international trade liberalization have gradually and comprehensively led to growing social inequalities and agrarian differentiation. The interests and life-worlds of small-scale producers, landless people, fisher folk, and consumers seem to be threatened by the corporate food regime which favors large-scale and capital-and knowledge-intensive industrial food production.

2014: ganz und gar ERNÄHRUNGSSOUVERÄN! – Südwind AktivistInnen

Magdalena, aktiv bei AgrarAttac, Recht auf Stadt und Südwind, hat im Blog der Südwind Aktivistinnen und Aktivisten ihren Jahresrückblick veröffentlicht:

Das Jahr 2014 war für mich eindeutig das Jahr der Ernärungs-souveräntiät. Als ich im Jänner 2014 anfing gleich ein paar meiner Neujahrsvorsätze umzusetzen – einerseits “dem Supermarkt den Rücken zuzukehren und stattdessen meine Lebensmittel über eine FoodCoop und solidarische Landwirtschaft (CSA) zu beziehen”, und andererseits “mal etwas veganer zu werden” – war ich schnell und ohne es wirklich zu merken ziemlich tief drinn im Nyéléni Prozess.

Weiterlesen auf http://suedwindaktivistinnen.wordpress.com/2015/01/01/jahrsruckblick-magdalenascheicher/

Was ist der Preis für unser Gemüse? Arbeitsbedingungen und Arbeitskämpfe in der industriellen Landwirtschaft – Orange 94.0

Die Radio Orange 94.0 Nachrichten haben von der UNDOK-Podiumsdiskussion „Was ist der Preis für unser Gemüse? Arbeitsbedingungen und Arbeitskämpfe in der industriellen Landwirtschaft“ berichtet.

Lisa Boylos von Nyéléni Austria stellt unter anderem fest: „Was für eine Agrarpolitik brauchts um adäquate Arbeitsbedingungen überhaupt leistbar zu machen? Das könnte eine Agrarpolitik sein die industrielle Landwirtschaft unattraktiv macht, … die klein strukturiertes und kollektives Wirtschaften und eine weniger weite Kette zwischen Konsumption und Produktion fördert.“

Weitere Infos findest du auf www.sezonieri.at und www.undok.at.


(Link zum gesamten Beitrag)

Herbstsymposion „Zukunft Markt – Ernährungssouveränität oder Weltmarkt“ – Salzburg Heute

Bäuerlicher Widerstand gegen den globalisierten Welthandel beim Herbstsymposion „Zukunft Markt – Ernährungssouveränität oder Weltmarkt“. Salzburg Heute berichtet über die Veranstaltung am Biohof Sauschneider.

Regional einkaufen ist gar nicht so einfach, befindet der ORF. Aber nur im Supermarkt, sagen wir.

Ludwig Rumetshofer von der ÖBV – Via Campesina Austria hat über Ernährungssouveränität‬ gesprochen und stellt Alternativen wie Foodcoops und Solidarische Landwirtschaft vor.

Noch ein paar Tage zum nach-schauen in der TV-thek: Regionale Ernährung in Salzburg Heute.

Land Grabbing in Osteuropa – Die Rolle österreichischer Unternehmen – FIAN

FIAN Österreich hat einen Bericht über die Rolle österreichischer Unternehmen bei der Landkonzentration und Landgrabbing in Osteuropa erstellt. Ihr findet alle Infos auf http://www.fian.at/osteuropa

Besonders in Osteuropa schreiten Landkonzentration und Land Grabbing rapide voran. Aktuelle Recherchen von FIAN Österreich zeigen: Auch österreichische Akteure mischen im Wettlauf um Land mit und eignen sich im großen Stil Land in Rumänien, Serbien und Ungarn an. Die Bäuerinnen und Bauern vor Ort profitieren vom Investitionsboom kaum, ganz im Gegenteil.

„Der Zugang zu Land ist auch in Europa eine menschenrechtliche Angelegenheit, denn ein Teil der europäischen Bevölkerung ist für seine Lebensgrundlage auf direkten Zugang zu Land angewiesen. Die Verwaltung von Land muss auch in Europa auf die nachhaltige Produktion von gesunden Nahrungsmitteln für die Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung abzielen, anstatt auf die Profite einiger weniger machtvoller Akteure“, so Brigitte Reisenberger von FIAN Österreich.

Der Bericht in den Medien: