Über ÖBV - Via Campesina Austria

Die ÖBV wurde 1974 als Österreichische Bergbauern- und -bäuerinnenvereinigung gegründet. Ursprünglich als basisdemokratische Interessensvereinigung von Bergbauern und Bergbäuerinnen gedacht, entwickelte sie sich im Lauf der Jahrzehnte zum Sprachrohr und zur „geistigen Heimat” von Berg- und KleinbäuerInnen in ganz Österreich. Dieser Weiterentwicklung wurde 2005 mit der Umbenennung in ÖBV-Via Campesina Austria (übersetzt: der kleinbäuerliche Weg) Rechnung getragen.

Nyeleni Herbsttreffen in Kärnten

Programm

Forum für Ernährungssouveränität Kärnten

2. – 4. November 2018

Ledenitzen, Kärnten – Lorenzhof, Denkmalweg 7

Mit Workshops und Vorträgen, Buchvorstellungen und Spielen werden wir uns dem Thema Ernährungssouveränität auf vielfältige Weise annähern. Auch wenn Du noch nicht viel weißt über Ernährungssouveränität, komm vorbei und werde Teil der Bewegung. Vorstellung von Initiativen für Ernährungssouveränität, Vernetzen mit anderen Gruppen, Aktionen planen – und natürlich gemeinsames Essen, all das wird Teil des Treffens sein.

Freitag, 02.11., 18.00 Uhr

Stadtkino Villach

Eintritt frei!

Im Mai 2016 hat die brasilianische Präsidentin Dilma Roussef „Belo Monte“ offiziell eingeweiht. Den drittgrößten Staudamm der Welt am Amazonasfluss Xingu. Dafür wurden der Urwald gerodet, Fischer und Indigene vertrieben, 40.000 Menschen zwangsumgesiedelt. Strom für multinationale Aluminiumkonzerne und das Schwellenland Brasilien. „Alles gegen das Gesetz“, so die zuständige Staatsanwältin.

Der Film erzählt die vorerst letzte Etappe beim Bau des Megastaudamms – die Flutung. Und deren Vorgeschichte und Hintergründe: den gigantischen Korruptionsskandal „Petrobras“ um die großen brasilianischen Baukonzerne. Jene Konzerne, die Belo Monte gebaut haben. Und die Stadien zur Olympiade in Rio.

Anschließend Podiumsdiskussion mit Johann Kandler. Er engagiert sich seit über 40 Jahren für den Umwelt- und Regenwaldschutz. Er arbeitete über 20 Jahre in Brasilien, wo er gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung für den Erhalt des Regenwalds und die Rechte der Einheimischen kämpfte.

*Diese Veranstaltung wird Fördermitteln der Europäischen Union unterstützt. Der Inhalt der Veranstaltung kann in keiner Weise als Standpunkt der unterstützenden Organisation angesehen werden.

Samstag, 03.11.

9.00 Uhr Begrüßung

9.30 Uhr 1. Session

  • Vanessa Rainer & Sascha Jabali – Erfahrungen einer lokalpolitisch aktiven Bewegung für Ernährungssouveränität

  • Mario Molina-Kescher – Dem Klimawandel mit Permakultur entgegenstreben

  • Johann Kandler – Vortrag und Diskussion zur Situation der Indigenen in der Belo Monte Region, sowie der Landlosen-Bewegung (Movimento dos Trabalhadores Sem Terra, MST) in Brasilien

11.00 Uhr Pause

11.30 2. Session

  • Die Schweizer Volksabstimmung für Ernährungssouveränität – Ergebnis, Erfahrungen, Perspektiven

  • Alexandra Sacher Santana – Permakultur als Lebensweise

  • Crashkurs Ernährungssouveränität für EinsteigerInnen

13.00 Uhr Mittagessen

14.30 Uhr 3. Session

  • Melanie Ossberger – Kleinbäuerinnen im Globalen Süden: Wie Konzernmacht ihr Recht auf Nahrung beschneidet

  • Franz Rohrmoser (Gründer der ÖBV) – Buchpräsentation „Mein Einsatz für bäuerliche Zukunft“

  • Isa Priebernig – Erfahrungen aus dem Görtschitztal: Welche Rahmenbedingungen braucht die kleinstrukturierte Landwirtschaft, um gesunde Lebensmittel zu erzeugen

16.00 Uhr Pause

17.00 Uhr Ernte

18.30 Uhr gemeinsames Abendessen

Sonntag, 04.11.

10.00 Uhr Plenum

11.30 Open Space

13.00 gemeinsames Mittagessen

14.30 Ende

 

Logistisches:

Übernachtung: vor Ort möglich, 2-, 3- oder 4-Bett-Zimmer bzw. Isomatte im Seminarraum, bitte bei der Anmeldung einfach den Zimmerwunsch anklicken, es wird von uns reserviert.

Anmeldung bitte bis 25.10. unter: Bitte um Anmeldung bis 25.10.2018 unter http://www.ernährungssouveränität.at/aktuelles/veranstaltungen/anmelden/ Generell gilt hier lieber spät als gar nicht, also wenn du die Deadline verpasst hast, melde dich bitte trotzdem an!

Verpflegung: Für Speis & Trank (vegan / vegetarisch) wird gesorgt, Mithilfe beim Frühstück wird von Menschen, die vor Ort übernachten erbeten. Um einen finanziellen Beitrag zum Essen wird gebeten, wird zwischen 5€ und 7€ pro Mahlzeit sein.

Kosten: Die Teilnahme am Forum ist kostenlos. Für Essen und Trinken wird um einen Beitrag gebeten (s. Verpflegung), ebenso für die Kinderbetreuung.

Kinderbetreuung: Es wird am Samstag Kinderbetreuung von 9:30 bis 13:00 und von 14:30 bis 16:00 angeboten, damit Mamas und Papas am Workshop-Programm teilnehmen können! Beitrag pro Kind 10€.

Anreise per Öffis nach Villach am Freitag: Zug nach Villach Hbf, zu Fuß ca. 10 Minuten zum Kino, über den Hauptplatz zum Rathausplatz

Fahrt nach Ledenitzen am Freitag Abend nach dem Kino: Es wird einen Shuttle Service geben für all jene, die in Ledenitzen übernachten.

Fahrt per Öffis nach Ledenitzen am Samstag Vormittag: Zug nach Ledenitzen Bahnhof um 7:19 Uhr und gemeinsames Frühstück oder um 10:56 und Ankunft zum 2. Workshop, Fahrt dauert jeweils ca. 20 Minuten. Fußweg vom Bahnhof zum Lorenz (Denkmalweg 7) ca. 7 Minuten. Falls ein Shuttle vom Bahnhof gewünscht ist, können wir vielleicht eine Mitfahrgelegenheit organisieren, bitte schreibt ein Mail an anna.strobach@posteo.at

Heimreise per Öffis am Sonntag von Ledenitzen nach Villach: Abfahrt 12:44 oder 14:44 in Ledenitzen, Ankunft in Villach um 13:07 oder 15:07 – es wird auch PKW-Mitfahrgelegenheiten nach Villach geben.

Zug am Sonntag von Villach nach Wien: Stündlich um 14 nach

Wir haben eure Agrarpolitik satt!

Hinter dicken Schlossmauern treffen sich am 25. September die AgrarministerInnen der EU-Mitgliedsstaaten, um die Weichen für die Landwirtschaft und Ernährung der Zukunft stellen. Statt einer grundlegenden Kurskorrektur wird ein „Weiter-wie-bisher“ aufgetischt. Diese Politik hat uns Höfesterben und Agrarfabriken eingebrockt und verschärft die Klimakrise. Als KonsumentInnen, Bauern und Bäuerinnen und ArbeiterInnen müssen wir jetzt auslöffeln? Wir haben es satt! Deshalb schlagen wir Alarm!

Wann: Dienstag, 25. September um 8:00 Uhr
Wo: Schloßhof 1, 2294 Schloßhof (Karte: Open Source Map für die Aktion)

Wir stehen für eine kleinbäuerliche Landwirtschaft, die das Klima schont, für artgerechte Tierhaltung, gerechten Handel, gute Arbeitsbedingungen und gutes Essen für alle!

Weiterlesen

Schweizer sammel über 100.000 Unterschriften für Ernährungssouveränität!

Ernährungssouveränität in die VerfassungAm 30.3. überreichte die Initiative für Ernährungssouveränität in Bern 109.655 beglaubigte Unterschriften an den Bundesrat und vollbrachte damit einen ersten Schritt um Ernährungssouveränität in der Schweizer Verfassung zu verankern. Es ist dies ein grosser Erfolg für die mehr als 70 beteiligten Orgnaisationen, allen voran Uniterre und L’autre Syndicat.

Weiterlesen

TTIP und Co zerstören die bäuerliche Landwirtschaft

Chlorhuhn, Hormonfleisch und Gentechnik sind die prominentesten Beispiele für die Gefahren, die von TTIP, CETA und ähnlichen Abkommen im Bereich der Lebensmittelproduktion ausgehen. Während die agrarischen InteressensvertreterInnen nicht müde werden zu betonen, dass derart unappetitliche Produkte keinesfalls auf unseren Tellern landen werden, rennen US-amerikanische und europäische Agrar(chemie)konzerne den VerhandlerInnen beiderseits des Atlantiks die Türen ein.

Via Campasina Blogbeitrag Foto

Keine Branche lobbyiert so intensiv für TTIP wie die Agrar- und Lebensmittelindustrie – das sollte die Alarmglocken bereits zum Läuten bringen. Es ist erklärtes Interesse der US-Fleischindustrie, die europäischen Beschränkungen für den Import von Hormonfleisch – sowie auch der berühmten Chlorhühner – zu kippen. Zudem erhofft sich die europäische Lebensmittel- und Agrochemieindustrie mit TTIP endlich den Durchbruch im Bereich Gentechnik in der Landwirtschaft erreichen zu können. Was in den letzten Jahrzehnten in der EU nicht gelungen ist, soll durch den Druck der USA möglich werden. Gleiches gilt auch für Einschränkungen beim Pestizideinsatz, wie z.B. dem umstrittenen Verbot der bienengiftigen Neonicotinoide. Mithilfe der amerikanischen Konkurrenten wollen die betroffenen Agrochemieunternehmen die zuletzt erlittenen „Rückschläge“ bekämpfen.

In der EU gibt es derzeit etwa 13 Mio. landwirtschaftliche Betriebe mit einer durchschnittlichen Größe von 14 ha. 45% dieser Betriebe bewirtschaften weniger als 2 ha. Demgegenüber sind in den USA knapp über 2 Mio. Betriebe registriert, die durchschnittlich 170 ha bewirtschaften. Auch, wenn Durchschnittswerte Wirklichkeiten nivellieren – weil es natürlich auch in den USA KleinbäuerInnen gibt -, sprechen die Größenverhältnisse für sich. In der EU ist die agroindustrielle Landwirtschaft zumindest zahlenmäßig noch in der Minderheit, der Export von Produkten nur für eine geringe Zahl der LandwirtInnen relevant. Die EU-Landwirtschaft wäre bei einem schrankenlosen Handel mit dem Agroindustrieland USA wohl in der Rolle des Davids. Die KleinbäuerInnen in der EU, die schon durch die „hauseigene“ Konkurrenz um ihre Existenz kämpfen müssen, geraten noch weiter unter Druck.

Nicht zuletzt fragen wir uns, ob ein Ankurbeln des transatlantischen Handels mit Produkten, die auf beiden Seiten problemlos hergestellt werden können, im Interesse der BürgerInnen der USA und der EU liegen kann. Ist es angesichts des Klimawandels, von „peak oil“ und „plastic planet“ sinnvoll und nachhaltig, wenn ApfelproduzentInnen hier wie dort ihre Exportchancen erhöhen wollen, wenn Käse und Fleisch in noch größerer Menge verschifft werden? Auch und gerade im ökologisch so sensiblen Bereich Landwirtschaft darf Handel keinen Selbstzweck darstellen. Europäische BürgerInnen brauchen keine Chlorhühner, um gut leben zu können – unsere amerikanischen KollegInnen übrigens auch nicht.

Deswegen engagiert sich die ÖBV-Via Campesina Austria gemeinsam mit vielen anderen Organisationen im Aktionsbündnis TTIP STOPPEN gegen TTIP, CETA und Co und ruft zum globalen Aktionstag am 18. April 2015 auf!

Lesen Sie hierzu eine Studie vom Center for International Law unter http://ciel.org/Publications/LCD_TTIP_Jan2015.pdf.

Dieser Beitrag stammt von der ÖBV-Via Campesina Austria und wurde zuerst auf ttip-stoppen.at veröffentlicht.