Kleinbäuerliche Kämpfe in Ecuador und Österreich – zwischen Agrobusiness und Ernährungssouveränität

Klicken, um Karte anzuzeigen
Wann:
9. Januar 2020 um 16:30 – 18:15
2020-01-09T16:30:00+01:00
2020-01-09T18:15:00+01:00
Wo:
Wien
Institut für Politikwissenschaft

Ort: Institut für Politikwissenschaft, Universitätsstraße 7, NIG 2.Stock, Konferenzraum
Mit:
Esteban Daza, FLACSO/Universidad Central del Ecuador, Observatorio del Cambio Rural
Maria Vogt, Via Campesina Austria
Moderation: Tamara Artacker, Universität Wien, Observatorio del Cambio Rural
Der Vortrag findet in spanischer Sprache mit deutscher Übersetzung statt.
Kleinbäuerliche ProduzentInnen sind weltweit zwar für 70 Prozent der Nahrungsmittelproduktion verantwortlich, befinden sich aber in multidimensionalen Spannungsverhältnissen mit dem großen Agrobusiness – um Land, um Wasser, um Saatgut, um Autonomie, um ihre Lebensweise; sie werden zusehends vom Land verdrängt oder in agrarindustrielle Produktionsketten eingegliedert. Obwohl KleinbäuerInnen Ecuadors und Österreichs auf unterschiedliche Arten in den Weltmarkt integriert sind und sich kulturell, politisch und sozioökonomisch in anderen Kontexten befinden, teilen sie gemeinsame Kämpfe und vernetzen sich unter anderem über die Vía Campesina als globale Dachorganisation, die über 180 Organisationen in 81 Ländern verbindet.
In diesem Kolloquium wollen wir, einerseits, die konkrete Situation von KleinbäuerInnen in Ecuador und Österreich diskutieren, ihre Herausforderungen angesichts eines globalisierten Nahrungsmittelmarktes, dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und Ecuador, sowie der jeweiligen nationalen und supranationalen Agrarpolitik. Andererseits, werden wir die Alternativen beleuchten, die aus den kleinbäuerlichen Kämpfen hervorgehen und die mit dem merkantilisierten Verständnis von Landwirtschaft des Agrobusiness brechen und wieder das Leben in den Mittelpunkt stellen: Ernährungssouveränität, Agrarökologie, kleinbäuerliche Schulen für politische Bildung. Ausgehend von den Herausforderungen und Alternativen entsteht ein Dialog, der die Gemeinsamkeiten ins Zentrum stellt und den strukturellen Charakter der Kämpfe diskutiert.
Esteban Daza – Soziologe der Universidad Central del Ecuador und Master in Philosophie und sozialem Denken der FLACSO Ecuador. Direktor des Instituto de Estudios Ecuatorianos und Koordinator des Observatorio del Cambio Rural. Forscht zu Themen der Agrarproblematik in Ecuador und Lateinamerika, der ländlichen Entwicklung und historia del pensamiento.
Maria Vogt – arbeitet seit 30 Jahren als Biobäuerin im Weinviertel (Milchschafe, Getreide, Gemüse, Weinbau, Direktvermarktung), ebenso lang engagiert bei der ÖBV – Via Campesina Austria, spielt seit 20 Jahren Kabarett mit den Miststücken
Tamara Artacker – Studierte Internationale Entwicklung an der Uni Wien, lebt aktuell in Ecuador und arbeitet als Forscherin im Observatorio del Cambio Rural. Sie forscht zu Themen der ländlichen Entwicklung, Alternativen zu Entwicklung, Agrarpolitik und kleinbäuerlichen Landwirtschaft.

Dieser Eintrag wurde von admin veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen zum Permalink.